Pitch Deck selber machen vs. Agentur: Was lohnt sich wirklich?
Pitch Deck selber erstellen oder Agentur beauftragen? ✓ Kosten, Qualität & Zeitaufwand im Vergleich ✓ Ehrliche Entscheidungshilfe für Gründer
Pitch Deck selber machen oder Agentur beauftragen?
Jeder Gründer steht vor dieser Frage: Soll ich mein Pitch Deck selbst erstellen oder eine Agentur beauftragen? Die Antwort ist nicht pauschal, sie hängt von Ihrer Finanzierungsphase, Ihrem Zeitbudget und Ihrer eigenen Design- und Strategie-Kompetenz ab.
Die gute Nachricht: Es gibt kein richtig oder falsch. Viele der erfolgreichsten Startups haben ihre ersten Pitch Decks selbst erstellt. Und viele der größten Finanzierungsrunden wurden mit Agentur-Decks gewonnen. Dieser Vergleich hilft Ihnen, die richtige Entscheidung für Ihre Situation zu treffen.

Vergleichstabelle: DIY vs. Agentur
| Kriterium | Pitch Deck selber machen | Agentur beauftragen |
|---|---|---|
| Direkte Kosten | 0 bis 500 EUR (Tools, Templates) | 3.000 bis 8.000 EUR |
| Zeitaufwand (Gründer) | 30 bis 60 Stunden | 5 bis 10 Stunden (Briefing, Feedback) |
| Opportunitätskosten | 3.000 bis 6.000 EUR (bei 100 EUR/h) | Gering |
| Strategische Tiefe | Eigene Perspektive | Investoren-Perspektive + Branchenbenchmarks |
| Design-Qualität | Variabel (abhängig von Fähigkeiten) | Konsistent professionell |
| Datenvisualisierung | Grundlegend (Excel-Charts) | Professionell (Custom-Infografiken) |
| Investoren-Feedback | Nicht integriert | Aus Erfahrung von Hunderten Decks |
| Lieferzeit | 2 bis 6 Wochen (neben Tagesgeschäft) | 7 bis 12 Werktage |
| Iterationsfähigkeit | Flexibel, aber zeitaufwendig | Strukturiert, 2 bis 3 Runden |
| Lerneffekt | Hoch (tiefes Verständnis) | Mittel (Wissenstransfer im Prozess) |
Wann Sie Ihr Pitch Deck selber machen sollten
In der Ideenphase und bei Accelerator-Bewerbungen
Wenn Sie noch validieren, ob Ihre Idee tragfähig ist, ist ein selbst erstelltes Deck nicht nur ausreichend, sondern sogar besser. Investoren in der Frühphase wollen sehen, dass Sie Ihr Business durchdrungen haben. Ein überpoliertes Agentur-Deck bei einem Pre-Seed-Pitch kann sogar negativ wirken: „Wofür gibt der Gründer Geld aus, bevor er ein Produkt hat?”
Selbst machen ist sinnvoll bei:
- Accelerator-Bewerbungen (Y Combinator, Techstars, etc.)
- Erste Gespräche mit Business Angels
- Startup-Wettbewerben und Demo Days
- Internen Strategiepräsentationen für Co-Founder
- Pitch-Deck-Entwürfen als Diskussionsgrundlage
Wenn Sie Design-Kompetenz mitbringen
Manche Gründer haben einen Design-Hintergrund oder ein starkes visuelles Gespür. Wenn Sie mit Canva, Figma oder PowerPoint professionelle Ergebnisse erzielen, können Sie auch in späteren Phasen selbst Hand anlegen. Der Engpass ist dann nicht das Design, sondern die strategische Perspektive.
Wenn Sie den Lerneffekt wollen
Das eigene Pitch Deck zu erstellen zwingt Sie, Ihr Geschäftsmodell auf den Punkt zu bringen. Jede Folie stellt eine Frage, die Sie klar beantworten müssen: Was ist das Problem? Wie groß ist der Markt? Was unterscheidet uns? Dieser Prozess ist wertvoll, auch wenn Sie später eine Agentur beauftragen.
Wann Sie eine Agentur beauftragen sollten
Ab der Seed-Runde
Wenn institutionelle Investoren ins Spiel kommen, etwa VCs, Family Offices oder Corporate Ventures, steigen die Erwartungen. Diese Investoren sehen 500 bis 1.000 Pitch Decks pro Jahr. Ein DIY-Deck fällt nicht durch die Story auf, sondern durch die fehlende Professionalität. Eine spezialisierte Pitch-Deck-Agentur weiß, was Series-Seed- und Series-A-Investoren erwarten.
Bei komplexen Geschäftsmodellen
Biotech, Fintech, Deep Tech, Hardware: Wenn Ihr Geschäftsmodell erklärungsbedürftig ist, brauchen Sie jemanden, der Komplexität reduzieren kann, ohne zu trivialisieren. Das ist eine Kernkompetenz von Agenturen, nicht von Tools oder Templates.
Wenn die Zeit fehlt
Die Wahrheit: Als Gründer haben Sie nie genug Zeit. Jede Stunde, die Sie in Folien-Design investieren, fehlt bei Produktentwicklung, Kundenakquise oder Team-Building. Die Frage ist nicht „Kann ich es selbst?”, sondern „Ist meine Zeit dafür am besten investiert?”
Nach gescheiterten Pitch-Versuchen
Wenn Sie mit Ihrem aktuellen Deck bereits Absagen erhalten haben, ist professionelle Hilfe sinnvoll. Nicht weil Ihr Deck schlecht ist, sondern weil ein externer Blick blinde Flecken aufdeckt, die Sie selbst nicht sehen.
Die versteckten Kosten des Selbermachens
Opportunitätskosten
Die größten Kosten eines DIY-Decks sind unsichtbar. Rechnen Sie ehrlich:
- Ihr Stundensatz als Gründer: Mindestens 80 bis 150 EUR (basierend auf Gehalt oder Marktwert)
- Zeitaufwand: 30 bis 60 Stunden über 2 bis 6 Wochen
- Gesamte Opportunitätskosten: 2.400 bis 9.000 EUR
Vergleichen Sie das mit den 3.000 bis 8.000 EUR einer Agentur, die Ihnen 20 bis 50 Stunden eigene Arbeit spart.
Qualitätsrisiko
Ein Pitch Deck, das „gut genug” aussieht, aber strategisch schwach ist, kostet Sie möglicherweise eine Finanzierungsrunde. Bei einer angestrebten Runde von 1 Million EUR ist das Risiko einer verpassten Chance um ein Vielfaches höher als die Kosten einer Agentur.
Iteration ohne Expertise
Ohne Investoren-Erfahrung iterieren Sie im Dunkeln. Sie verbessern das Design, obwohl die Story das Problem ist. Sie optimieren die Traction-Folie, obwohl die Marktanalyse die Investoren verliert. Eine Agentur mit Erfahrung aus Hunderten von Decks weiß, wo die echten Hebel liegen.

Die häufigsten Fehler beim Selbermachen
1. Feature-Listen statt Story
Der klassische Gründer-Fehler: Sie kennen Ihr Produkt so gut, dass Sie in Features denken statt in Investoren-Nutzen. Statt „Wir haben 12 API-Integrationen” sollte es heißen: „Unsere Kunden sparen 40 % ihrer Integrationskosten.” Eine Agentur denkt von der Zielgruppe her, nicht vom Produkt.
2. Unrealistische Marktgrößen
„Unser TAM ist 50 Milliarden Euro”, ohne nachvollziehbare Bottom-up-Berechnung. Investoren durchschauen Top-down-Schätzungen sofort. Ein professioneller Pitch-Deck-Aufbau beginnt mit glaubwürdiger Marktanalyse.
3. Design-Inkonsistenz
Unterschiedliche Schriftgrößen, wechselnde Farbpaletten, inkonsistente Abstände: klassische DIY-Symptome. Investoren registrieren das unbewusst als „nicht professionell genug”.
4. Zu viel Text pro Folie
Die 30-Wörter-Regel: Keine Folie sollte mehr als 30 Wörter enthalten. Gründer packen aus Angst, etwas Wichtiges zu vergessen, zu viel auf jede Folie.
5. Fehlende Investoren-Perspektive
Sie denken von innen nach außen, der Investor denkt von außen nach innen. Ohne externes Feedback erkennen Sie diesen blinden Fleck nicht.
Der optimale Weg: Stufenmodell
Wir empfehlen ein pragmatisches Stufenmodell:
Phase 1: Selbst erstellen (Ideenphase)
- Nutzen Sie ein einfaches Template (nicht Canva-Standard)
- Fokus auf Story und Inhalte, nicht auf Design
- Holen Sie Feedback von Mentoren und anderen Gründern
- Budget: 0 bis 200 EUR
Phase 2: Freelancer hinzuziehen (Pre-Seed)
- Wenn das Deck steht, lassen Sie es von einem Freelancer professionell gestalten
- Sie liefern die Inhalte, der Freelancer das Design
- Budget: 1.500 bis 3.000 EUR
Phase 3: Agentur beauftragen (Seed und darüber)
- Strategie, Storyline und Design aus einer Hand
- Die Agentur hinterfragt Ihre Story und bringt Investoren-Perspektive ein
- Erfahrung aus Hunderten von Decks fließt in Ihr Projekt ein
- Budget: 3.000 bis 8.000 EUR
Dieser gestufte Ansatz optimiert Ihre Ausgaben über den gesamten Fundraising-Prozess. Jede Phase baut auf der vorherigen auf.
Tools für das DIY-Pitch-Deck
Falls Sie sich für das Selbermachen entscheiden, hier die besten Tools (Stand 2026):
| Tool | Stärke | Schwäche | Kosten |
|---|---|---|---|
| PowerPoint | Universell, editierbar | Design-Kompetenz nötig | Ab 7 EUR/Monat |
| Google Slides | Kostenlos, kollaborativ | Begrenzte Design-Optionen | Kostenlos |
| Canva | Einfaches Design | Standardisiertes Aussehen | Ab 12 EUR/Monat |
| Beautiful.ai | KI-gestütztes Layout | Wenig Individualität | Ab 12 USD/Monat |
| Figma | Maximale Designfreiheit | Steile Lernkurve | Kostenlos (Starter) |
Mehr zu den Tools finden Sie in unserem Vergleich PowerPoint vs. Canva und KI-Präsentationstools im Vergleich.
Unser Fazit
Machen Sie Ihr erstes Pitch Deck selbst, der Lerneffekt ist unbezahlbar. Aber holen Sie sich ab dem Moment, in dem echtes Geld auf dem Tisch liegt, professionelle Unterstützung. Die Kosten einer Agentur sind eine Investition mit messbarem ROI: Ein besseres Deck erhöht Ihre Chancen auf Funding, und die gesparte Zeit investieren Sie in das, was wirklich zählt, nämlich Ihr Unternehmen aufzubauen.
Präsentationsexperten unterstützt Gründer in jeder Phase: von der Pitch-Deck-Checkliste für DIY-Ersteller bis zur Vermittlung der passenden Agentur für ein Full-Service-Pitch-Deck-Projekt bei anspruchsvollen Finanzierungsrunden. Kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Erstberatung. Die Vermittlung ist für Auftraggeber kostenlos.
Häufig gestellte Fragen
Kann ich als Gründer ein gutes Pitch Deck selber machen?
Wie viel Zeit brauche ich, um ein Pitch Deck selbst zu erstellen?
Welche Tools brauche ich, um ein Pitch Deck selbst zu erstellen?
Ab wann sollte ich eine Pitch-Deck-Agentur beauftragen?
Was kostet es, ein Pitch Deck selber zu machen?
Das könnte Sie auch interessieren
Pitch Deck Agentur vs. Freelancer: Vergleich 2026
Pitch Deck Agentur oder Freelancer beauftragen? ✓ Ehrlicher Vergleich ✓ Kosten, Qualität, Zuverlässigkeit ✓ Entscheidungshilfe für Gründer
Mehr erfahrenPitch Deck erstellen lassen: Kosten & Preise 2026
Was kostet ein Pitch Deck? ✓ Preise nach Funding-Phase ✓ Seed 3.000 bis 6.000 € ✓ Series A 6.000 bis 15.000 € ✓ Freelancer vs. Agentur ✓ Kostentreiber & Budget-Faustregel
Mehr erfahrenPitch Deck Aufbau & Struktur: der komplette Leitfaden
Pitch Deck Aufbau Folie für Folie ✓ Storyline, Reihenfolge und Inhalt jeder Slide ✓ TAM/SAM/SOM, Traktion, Ask ✓ typische Fehler und Checkliste.
Mehr erfahrenPräsentation erstellen lassen oder selber machen? Vergleich
Präsentation outsourcen oder selbst erstellen? Ehrlicher Vergleich mit Kostenrechnung, Zeitaufwand und Qualitätsunterschieden für die richtige Entscheidung.
Mehr erfahren