Case Study: Biotech Pitch Deck für eine überzeichnete Series-A-Runde
Wie wir ein Biotech-Startup mit einem überzeugenden Pitch Deck bei einer überzeichneten Series-A-Runde über 18 Mio. EUR unterstützt haben.
Case Study Biotech Pitch Deck: Ein Biotech-Startup aus dem süddeutschen Raum stand vor der entscheidenden Series-A-Finanzierung. Die mRNA-Plattform-Technologie für seltene neurologische Erkrankungen war vielversprechend – aber die Herausforderung war enorm: Komplexe Wissenschaft musste für Investoren ohne molekularbiologischen Hintergrund verständlich und überzeugend aufbereitet werden. Diese Case Study beschreibt, wie wir das Gründerteam unterstützt haben.
Die Ausgangssituation
Das Startup hatte eine neuartige mRNA-basierte Therapieplattform entwickelt, die auf seltene neurologische Erkrankungen abzielte. Nach einer erfolgreichen Seed-Runde und vielversprechenden präklinischen Daten stand die Series-A-Runde an: 15 Millionen Euro sollten eingeworben werden, um die erste klinische Phase zu finanzieren.
Die Herausforderungen
- Hochkomplexe Wissenschaft: Die mRNA-Plattform nutzte eine proprietäre Lipid-Nanopartikel-Technologie, um die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden. Die Erklärung des Wirkmechanismus war selbst für Wissenschaftler anspruchsvoll.
- Heterogene Investorenlandschaft: Am Tisch saßen spezialisierte Life-Science-VCs mit wissenschaftlichem Hintergrund, aber auch generalistischere Investoren und ein Corporate-Venture-Arm eines Pharma-Konzerns.
- Keine klinischen Daten: Das Startup war präklinisch – die überzeugendsten Daten kamen aus Tiermodellen. Diese mussten so präsentiert werden, dass sie Vertrauen schaffen, ohne zu überinterpretieren.
- Regulatorische Komplexität: Der Pfad zur klinischen Zulassung umfasste FDA und EMA – mit unterschiedlichen Anforderungen für Orphan Drugs.
- Bestehendes Deck überforderte: Das bisherige Deck war von den Wissenschaftlern im Team erstellt worden und las sich wie ein Paper – korrekt, aber für Investoren unzugänglich.
Unsere Herangehensweise
Phase 1: Science-Translation-Workshop
Wir starteten mit einem ganztägigen Workshop, den wir intern „Science Translation” nennen. Anders als ein normaler Story-Workshop fokussierten wir auf die Übersetzung komplexer Wissenschaft in investorentaugliche Kommunikation.
Im Workshop arbeiteten wir:
- Mit dem CSO: Verständnis des Wirkmechanismus, der präklinischen Daten und der regulatorischen Strategie
- Mit dem CEO: Geschäftsmodell, Marktanalyse, Finanzplanung und Fundraising-Strategie
- Mit dem externen SAB-Mitglied: Validierung der vereinfachten wissenschaftlichen Darstellungen
Das Kernergebnis des Workshops: Wir identifizierten drei „Aha-Momente” – Punkte in der Story, an denen auch Nicht-Wissenschaftler die Eleganz des Ansatzes verstehen und emotional investiert werden.

Phase 2: Storyline-Entwicklung
Basierend auf dem Workshop entwickelten wir eine 22-seitige Storyline, die einen klaren narrativen Bogen spannte:
- Das menschliche Problem: Patienten mit seltenen neurologischen Erkrankungen – keine wirksamen Therapien, degenerativer Verlauf
- Die wissenschaftliche Lösung: Wie mRNA-Therapie das Gehirn erreicht – erklärt in einer visuellen „Reise” vom Labor zum Patienten
- Die Daten: Präklinische Ergebnisse, die Wirksamkeit und Sicherheit zeigen – ehrlich kontextualisiert
- Die Pipeline: Lead-Programm und zusätzliche Indikationen als Optionalität
- Das Team: Weltklasse-Wissenschaftler mit unternehmerischer Erfahrung
- Die Chance: Großer Markt, Orphan Drug Designation, klarer Pfad zur Klinik
Der narrativer Schlüssel war die Analogie: Wir verglichen die Lipid-Nanopartikel-Technologie mit einem „GPS-gesteuerten Lieferdienst für das Gehirn” – eine Vereinfachung, die wissenschaftlich vertretbar war und bei Investoren sofort ein Bild erzeugte.
Phase 3: Wissenschaftliche Illustrationen und Design
Die visuelle Umsetzung war bei diesem Projekt besonders anspruchsvoll. Wir entwickelten:
- Custom-Illustrationen des Wirkmechanismus: Von der mRNA-Synthese über die Lipid-Nanopartikel-Verkapselung bis zur Überwindung der Blut-Hirn-Schranke – als dreistufige visuelle Erzählung
- Pipeline-Gantt-Chart: Alle Programme mit regulatorischen Meilensteinen auf einer Zeitachse, farbkodiert nach Entwicklungsphase
- Präklinische Daten-Visualisierung: Wirksamkeits- und Sicherheitsdaten aus Tiermodellen, professionell aufbereitet mit korrekten Fehlerbalken und p-Werten
- Marktanalyse-Infografik: Epidemiologische Daten und Marktpotenzial als visuelle Geschichte
Das Designkonzept: Dunkelblau und Teal als Hauptfarben – wissenschaftlich seriös, aber nicht klinisch-kalt. Großzügige Weißräume, klare Typografie und eine visuelle Sprache, die Vertrauen schafft.
Phase 4: Iterative Verfeinerung
Nach dem ersten Entwurf folgten zwei intensive Korrekturschleifen:
- Schleife 1: Der CSO prüfte alle wissenschaftlichen Darstellungen auf Korrektheit. Wir passten drei Visualisierungen an, um die Wissenschaft präziser, aber weiterhin verständlich darzustellen.
- Schleife 2: Der CEO testete das Deck in einem Probe-Pitch vor einem befreundeten VC-Partner. Basierend auf dem Feedback stärkten wir die Traction-Folie und fügten eine Folie zur Wettbewerbslandschaft hinzu.

Das Ergebnis
Das Deck
Das finale Pitch Deck umfasste 22 Folien in der Langversion und 10 Folien in der Kurzversion, jeweils mit einem 12-seitigen wissenschaftlichen Appendix für Due-Diligence-Gespräche. Es wurde als editierbare PowerPoint-Datei und als PDF geliefert – auf Englisch, da die Zielinvestoren international waren.
Die Wirkung
Das Startup ging mit dem neuen Deck in Investorengespräche und erlebte einen signifikanten Unterschied zum vorherigen Deck:
- Meeting-Conversion: Die Zusagequote für Folgetermine stieg von geschätzt 30 % auf über 70 %
- Verständnis: Investoren stellten gezielter Fragen – ein Zeichen, dass sie die Wissenschaft verstanden hatten
- Geschwindigkeit: Die Due-Diligence-Phase verlief schneller, weil der Appendix die häufigsten wissenschaftlichen Fragen bereits beantwortete
Die Series-A-Runde wurde nicht nur erfolgreich abgeschlossen – sie wurde überzeichnet. Statt der angestrebten 15 Millionen Euro sammelte das Startup 18 Millionen Euro ein, mit einem Lead-Investor aus dem europäischen Life-Science-VC-Ökosystem und einem Co-Investment des Pharma-Corporate-Venture-Arms.
Feedback des Gründerteams
„Das Deck hat unsere Wissenschaft zum ersten Mal so erzählt, dass Investoren im Raum nickten statt fragend zu schauen. Die Visualisierung des Wirkmechanismus war der Gamechanger – plötzlich verstanden auch Nicht-Wissenschaftler, warum unsere Technologie einzigartig ist.”
Konkrete Verbesserungen gegenüber dem alten Deck
| Aspekt | Vorher | Nachher |
|---|---|---|
| Wirkmechanismus | 3 Folien mit Fachtext | 1 Folie mit visueller Erzählung |
| Pipeline | Textliste | Gantt-Chart mit Meilensteinen |
| Präklinische Daten | Rohe Excel-Grafiken | Professionelle Daten-Visualisierung |
| Marktanalyse | Textwand mit Zahlen | Epidemiologie-Infografik |
| Investoren-Verständnis | Fragen zum Grundverständnis | Fragen zur Differenzierung |
| Gesamtumfang | 35 Folien | 22 Folien (effektiver) |
Learnings aus diesem Projekt
1. Science Translation ist eine eigene Disziplin
Die Übersetzung von Wissenschaft für Nicht-Wissenschaftler ist keine Vereinfachung – es ist eine eigenständige kommunikative Leistung. Sie erfordert tiefes Verständnis der Wissenschaft UND der Investoren-Perspektive. Keins von beidem allein reicht.
2. Visuelle Analogien überwinden Wissensbarrieren
Die „GPS-Lieferdienst”-Analogie für die Lipid-Nanopartikel-Technologie war der stärkste kommunikative Hebel. Investoren erinnerten sich Wochen später an dieses Bild. In Biotech sind visuelle Analogien kein Nice-to-have – sie sind essenziell.
3. Der Appendix ist Ihr Sicherheitsnetz
Ein gut strukturierter wissenschaftlicher Appendix gibt dem Hauptdeck die Freiheit, einfach zu sein. Wissenschaftlich orientierte Investoren finden die Details im Anhang. Das Hauptdeck muss nicht alles erklären – es muss neugierig machen.
4. Probe-Pitches sind unverzichtbar
Der Probe-Pitch vor dem befreundeten VC-Partner hat zwei kritische Schwächen aufgedeckt, die wir im Workshop nicht gesehen hatten. Jedes Biotech-Deck sollte vor dem ersten echten Investorengespräch mindestens zweimal getestet werden.
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Unsere Pitch-Deck-Agentur unterstützt Biotech-Gründer von der Science-Translation bis zum finalen Design. Kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Erstberatung. Weitere Case Studies finden Sie in unserer Referenzübersicht.
Häufig gestellte Fragen
Wie lange hat die Erstellung des Biotech Pitch Decks gedauert?
Was hat das Biotech Pitch Deck gekostet?
Wurde die wissenschaftliche Darstellung vom Startup validiert?
In welchem Format wurde das Deck geliefert?
Kann ich ein ähnliches Biotech Pitch Deck erstellen lassen?
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