PowerPoint in der Beratung – McKinsey-Style Folien erstellen
Consulting-Folien erstellen ✓ McKinsey-Style PowerPoint ✓ Pyramid Principle ✓ MECE ✓ Typische Folientypen für Berater
Warum PowerPoint in der Beratung anders ist
In kaum einer Branche ist PowerPoint so zentral wie in der Unternehmensberatung. Für McKinsey, BCG, Bain und ihre Wettbewerber sind Foliensätze nicht nur Präsentationsmedien – sie sind das Produkt. Berater verkaufen keine physischen Güter. Sie verkaufen Analysen, Strategien und Empfehlungen – und diese werden in PowerPoint-Decks geliefert.
Das hat über Jahrzehnte einen eigenen Folien-Standard geprägt: den „Consulting-Style”. Dieser unterscheidet sich fundamental von typischen Unternehmenspräsentationen. Er ist dichter, strukturierter und argumentativer – und für Nicht-Berater oft schwer zu erstellen.
Dieser Ratgeber zeigt Ihnen die Prinzipien, Techniken und Folientypen, die Consulting-Folien auszeichnen.
Das Pyramid Principle: Basis aller Consulting-Folien

Barbara Mintos „Pyramid Principle” ist die Kommunikations-Bibel der Beratungsbranche. Das Grundprinzip:
Empfehlung zuerst, Begründung danach.
In der Praxis bedeutet das:
Traditionelle Struktur (chronologisch):
- Hier ist das Problem
- Hier sind die Daten
- Hier ist unsere Analyse
- Und deshalb empfehlen wir X
Pyramid-Struktur (Answer First):
- Wir empfehlen X
- Aus drei Gründen:
- Grund A (gestützt durch Daten)
- Grund B (gestützt durch Daten)
- Grund C (gestützt durch Daten)
Anwendung auf Folienebene
Jede einzelne Folie folgt demselben Prinzip:
- Action Title (Überschrift): Formuliert die Kernaussage als vollständigen Satz
- Body (Folieninhalt): Belegt die Aussage mit Daten, Diagrammen oder Frameworks
- Source (Fußzeile): Quellenangaben für alle Daten
Beispiel Action Title:
- Schlecht: „Marktsegmentierung”
- Gut: „Segment B bietet das größte Wachstumspotenzial mit 12 % CAGR und niedrigem Wettbewerbsdruck”
Das MECE-Prinzip
MECE (sprich: „me-see”) steht für Mutually Exclusive, Collectively Exhaustive. Es ist das Strukturprinzip für jede Analyse und jede Aufzählung.
Mutually Exclusive: Die Kategorien überlappen sich nicht.
- Schlecht: „B2B, Enterprise, KMU” (Enterprise ist Teil von B2B)
- Gut: „B2B Enterprise, B2B KMU, B2C” (keine Überlappung)
Collectively Exhaustive: Die Kategorien decken alles ab.
- Schlecht: „Online, Offline” (fehlt: Hybrid/Omnichannel)
- Gut: „Online, Offline, Omnichannel” (vollständig)
MECE-Strukturen finden Sie überall in Consulting-Folien: Marktsegmentierungen, Kostentreiber-Analysen, Wettbewerbsvergleiche.
Die typischen Consulting-Folientypen
1. Die Aussagefolie (Action Slide)
Die Standard-Consulting-Folie:
- Überschrift: Vollständiger Aussagesatz (1-2 Zeilen)
- Body: Ein Diagramm, eine Tabelle oder eine strukturierte Darstellung
- Fußzeile: Quelle, Datum, Seitenzahl
2. Die Framework-Folie
Consulting-Frameworks visuell dargestellt:
- 2x2-Matrix (z. B. BCG-Matrix, Eisenhower-Matrix)
- Wertschöpfungskette (Porter)
- Prozessfluss (von links nach rechts)
- Treiberbaum (von oben nach unten)
3. Die Wasserfall-Folie (Bridge Chart)
Zeigt die Veränderung von Wert A zu Wert B durch additive und subtraktive Faktoren:
- Umsatzentwicklung von Quartal zu Quartal
- Kostenvergleich zwischen Ist und Soll
- EBITDA-Bridge
4. Die Segmentierungs-Folie
Markt- oder Kundensegmente in Kreisdiagrammen, Balken oder Matrizen:
- Immer mit Prozentangaben und absoluten Zahlen
- Sortiert nach Größe (größtes Segment zuerst)
- Farbkodierung konsistent halten
5. Die Vergleichs-Folie (Benchmarking)
Wettbewerber oder Optionen im direkten Vergleich:
- Harvey Balls (gefüllte Kreise) für qualitative Bewertungen
- Indexierte Balkendiagramme für quantitative Vergleiche
- Spider/Radar-Charts für multidimensionale Vergleiche
6. Die Timeline-Folie
Projekt- oder Implementierungspläne:
- Gantt-Chart-ähnliche Darstellung
- Meilensteine als Diamanten markiert
- Verantwortlichkeiten zugeordnet
- Abhängigkeiten sichtbar gemacht
Consulting-Design-Prinzipien

Farbschemata
Consulting-Folien verwenden typischerweise:
- Primärfarbe: Dunkles Blau (Vertrauen, Seriosität)
- Sekundärfarbe: Grau-Töne (Neutral, professionell)
- Akzentfarbe: Orange, Grün oder Rot (für Hervorhebungen)
- Hintergrund: Weiß (maximaler Kontrast)
Schriften
- Überschriften: Serifenlose Schrift, fett, 16-20pt
- Body-Text: Serifenlose Schrift, regular, 10-14pt
- Daten/Labels: 8-10pt (ja, kleiner als in anderen Branchen)
- Empfehlung: Arial, Helvetica, Calibri
Layout-Raster
Consulting-Folien folgen einem strengen Raster:
- Überschriftenzone: Obere 15-20 % der Folie
- Body-Zone: Mittlere 60-70 %
- Quellenzone: Untere 10 %
- Seitenränder: Konsistent, mindestens 1,5 cm
Die Kunst der Datendichte
Consulting-Folien sind dichter als normale Präsentationsfolien. Das liegt daran, dass sie oft als „Lese-Decks” fungieren – sie müssen auch ohne Vortrag verständlich sein. Trotzdem gilt:
- Jede Folie hat eine Aussage
- Jedes Element stützt diese Aussage
- Alles andere gehört in den Anhang
Fortgeschrittene Techniken
Storylining
Bevor eine einzige Folie entsteht, wird die „Storyline” entwickelt: Die Reihenfolge der Action Titles ergibt, hintereinander gelesen, die komplette Geschichte der Präsentation.
Test: Lesen Sie nur die Überschriften Ihrer Folien hintereinander. Ergibt sich eine schlüssige Argumentation? Wenn nicht, stimmt die Storyline nicht.
Ghost Decks
Erfahrene Berater erstellen zuerst ein „Ghost Deck” – einen Foliensatz, der nur aus Überschriften und Layout-Skizzen besteht, ohne fertige Daten. Das Ghost Deck wird mit dem Partner abgestimmt, bevor die eigentliche Analyse beginnt. So stellen sie sicher, dass die Story stimmt, bevor die Detailarbeit startet.
Die „So What?”-Frage
Zu jeder Analyse, jeder Zahl, jedem Datenpunkt stellen erfahrene Berater die Frage: „So what?” – Was bedeutet das für den Kunden?
- Zahl: „Der Markt wächst um 8 %”
- So what?: „Das bedeutet 240 Mio. € zusätzliches Marktpotenzial in 3 Jahren”
- Action: „Wir sollten jetzt investieren, um dieses Potenzial zu nutzen”
Häufige Fehler in Consulting-Folien
- Label-Überschriften statt Action Titles: „Marktanalyse” sagt nichts. „Der Markt wächst schneller als erwartet – 8 % statt prognostizierte 5 %” sagt alles.
- Nicht-MECE-Strukturen: Überlappende oder unvollständige Kategorien untergraben die Glaubwürdigkeit.
- Daten ohne Kontext: Zahlen brauchen Vergleichswerte. „8 % Wachstum” ist bedeutungslos ohne: „vs. 3 % Branchendurchschnitt”.
- Zu viele Formate: Konsistenz ist alles. Ein Farbschema, ein Schriftpaket, ein Layout-Raster – durchgängig.
- Anhang vernachlässigt: Ein gut strukturierter Anhang beantwortet Detailfragen und zeigt Gründlichkeit.
Professionelle Consulting-Folien erstellen lassen
Sie müssen kein McKinsey-Berater sein, um von Consulting-Standards zu profitieren. Bei Präsentationsexperten erstellen wir Folien im Consulting-Style für:
- Strategiepräsentationen für den Vorstand
- Investorenpräsentationen mit Finanzanalysen
- Firmenpräsentationen mit strategischer Tiefe
- Interne Analysepräsentationen
Wir kennen die Standards der großen Beratungshäuser und wenden sie auf Ihre Inhalte an. Kontaktieren Sie uns für ein unverbindliches Erstgespräch.
Mehr über unsere Leistungen für Berater und Beratungshäuser.
Fazit: Consulting-Style als Qualitätsstandard
Die Consulting-Branche hat über Jahrzehnte einen Folienstil perfektioniert, der auf Klarheit, Struktur und Überzeugungskraft setzt. Die Prinzipien – Pyramid Principle, MECE, Action Titles, „So what?” – sind nicht branchenspezifisch. Sie machen jede Business-Präsentation besser.
Beginnen Sie mit der Storyline. Formulieren Sie Action Titles. Stellen Sie bei jedem Datenpunkt die „So what?”-Frage. Und Sie werden feststellen: Ihre Präsentationen werden nicht nur professioneller aussehen – sie werden überzeugender sein.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der McKinsey-Style bei PowerPoint?
Was ist das Pyramid Principle?
Was bedeutet MECE bei Präsentationen?
Wie viel Text gehört auf eine Consulting-Folie?
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