Case Study: Change-Kommunikation für einen Automotive-Konzern
Wie wir einen Großkonzern aus der Automotive-Branche bei einem Transformationsprozess mit einer konsistenten Kommunikationskaskade unterstützt haben.
Case Study Change-Kommunikation: Ein führender Automotive-Konzern stand vor einem tiefgreifenden Transformationsprozess. Die Umstellung von traditionellen Antrieben auf Elektromobilität erforderte nicht nur technische Veränderungen, sondern auch einen kulturellen Wandel — und eine Kommunikation, die 80.000 Mitarbeiter mitnimmt. Wir entwickelten die gesamte Kommunikationskaskade, von der Vorstandspräsentation bis zu den Team-Workshops.
Die Ausgangssituation
Der Automotive-Konzern hatte eine strategische Entscheidung getroffen: Innerhalb von fünf Jahren sollte der Anteil der Elektrofahrzeuge am Gesamtportfolio auf über 60 Prozent steigen. Diese Transformation betraf jeden Bereich des Unternehmens — von der Forschung und Entwicklung über die Produktion bis hin zum Vertrieb und After-Sales.
Die kommunikativen Herausforderungen
- Umfang: 80.000 Mitarbeiter an über 30 Standorten weltweit mussten informiert und eingebunden werden.
- Sensibilität: Die Transformation bedeutete auch Stellenveränderungen und Umqualifizierungen — Themen, die Ängste auslösen können.
- Vielfalt der Zielgruppen: Vom Vorstand über das mittlere Management bis zu den Produktionsmitarbeitern — jede Ebene brauchte andere Informationen und eine andere Ansprache.
- Zeitdruck: Die Kommunikation musste vor der Presse starten — eine Leak-sichere Planung war essentiell.
- Mehrsprachigkeit: Die Materialien mussten in Deutsch, Englisch und vier weiteren Sprachen verfügbar sein.
Unsere Herangehensweise
Strategische Kommunikationsplanung
Bevor wir eine einzige Folie gestalteten, entwickelten wir gemeinsam mit der Unternehmenskommunikation und dem Change-Management-Team einen Kommunikationsplan. Dieser definierte:
- Kernbotschaften: Fünf zentrale Botschaften, die auf allen Ebenen konsistent kommuniziert werden sollten.
- Kommunikationsebenen: Vier Ebenen mit jeweils eigenem Format und eigener Detailtiefe.
- Zeitplan: Ein präziser Kaskadierungsplan, der festlegte, wann welche Ebene welche Information erhielt.
- Tonalität: Richtlinien für die Ansprache auf jeder Ebene — von der visionären Vorstandskommunikation bis zur pragmatischen Team-Ebene.

Ebene 1: Die Vorstandspräsentation
Die erste Ebene war die Vorstandspräsentation für den Aufsichtsrat und die erweiterte Geschäftsleitung. Diese Präsentation musste die strategische Logik der Transformation überzeugend darlegen, die Finanzplanung skizzieren und das Commitment des Vorstands demonstrieren.
Wir entwickelten eine 35-seitige Präsentation mit folgender Struktur:
- Marktanalyse und Wettbewerbsumfeld
- Strategische Notwendigkeit der Transformation
- Zielbild und Roadmap
- Finanzielle Implikationen und Investitionsplan
- Organisatorische Veränderungen
- Kommunikationsplan und nächste Schritte
Die Visualisierung war bewusst zurückhaltend und datengetrieben — passend für die analytische Erwartung auf C-Level-Ebene.
Ebene 2: Bereichsleiter-Präsentation
Für die zweite Ebene — die Bereichsleiter — adaptierten wir die Vorstandspräsentation. Der strategische Rahmen blieb identisch, aber wir ergänzten bereichsspezifische Informationen: Welche Veränderungen betreffen welchen Bereich? Welche Meilensteine gelten? Welche Ressourcen werden bereitgestellt?
Zusätzlich entwickelten wir einen „Sprecherleitfaden”, der den Bereichsleitern Formulierungshilfen und Antworten auf erwartbare Fragen gab.
Ebene 3: Abteilungsleiter-Toolbox
Die dritte Ebene erhielt ein Toolbox-Format: Eine Präsentation mit modularen Folien, die Abteilungsleiter für ihre Team-Meetings nutzen konnten. Die Toolbox enthielt:
- Pflichtfolien mit den Kernbotschaften
- Optionale Vertiefungsfolien zu spezifischen Themen
- Diskussionsfolien für interaktive Team-Sessions
- FAQ-Folien mit Antworten auf die häufigsten Mitarbeiterfragen
Ebene 4: Team-Workshop-Unterlagen
Die vierte Ebene war für die Team-Workshops konzipiert — interaktive Sessions, in denen Mitarbeiter Fragen stellen und Bedenken äußern konnten. Wir entwickelten ein Workshop-Kit mit:
- Präsentationsfolien im offenen Diskussionsformat
- Moderationsleitfaden für die Führungskraft
- Feedback-Bögen zur Erfassung von Stimmungen und Fragen
- Zusammenfassungsfolien für das Follow-up nach dem Workshop

Das Ergebnis
Umfang der Lieferung
- 4 Kommunikationsebenen mit jeweils eigenen Materialien
- Über 200 Folien insgesamt, alle CD-konform und konsistent
- 6 Sprachversionen (Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Chinesisch, Portugiesisch)
- Sprecherleitfäden für alle Führungsebenen
- Workshop-Kits für interaktive Team-Sessions
Wirkung
Die Kommunikationskaskade erreichte innerhalb von drei Wochen alle 80.000 Mitarbeiter. Das Feedback war durchweg positiv: Die konsistente Botschaft, die transparente Kommunikation und die Möglichkeit zur Interaktion auf Team-Ebene wurden besonders geschätzt.
Die Mitarbeiterbefragung drei Monate nach der Kaskade zeigte:
- 82% Verständnis: Der Großteil der Mitarbeiter verstand die Gründe für die Transformation.
- 71% Zustimmung: Eine deutliche Mehrheit unterstützte die strategische Richtung.
- 89% Information: Fast alle Mitarbeiter fühlten sich ausreichend informiert.
Feedback des Kunden
Der Leiter Change Management: „Die Qualität und Konsistenz der Materialien war entscheidend für den Erfolg der Kaskade. Wir haben noch nie eine interne Kommunikation erlebt, die so reibungslos über alle Ebenen hinweg funktioniert hat.”
Learnings aus diesem Projekt
1. Konsistenz über alles
Bei einer Kommunikationskaskade ist Konsistenz der Schlüssel. Wenn auf der dritten Ebene eine andere Botschaft ankommt als auf der ersten, ist die gesamte Kommunikation wertlos. Deshalb ist es wichtig, alle Materialien zentral zu erstellen und die Kernbotschaften auf jeder Ebene zu verankern.
2. Empathie in der Tonalität
Change-Kommunikation darf nicht von oben herab wirken. Die Materialien für die Team-Ebene mussten Verständnis für Sorgen signalisieren und gleichzeitig Zuversicht vermitteln. Diese Balance zu finden, erfordert Feingefühl und Erfahrung.
3. Interaktion ermöglichen
Reine Top-down-Kommunikation reicht bei Transformationsprozessen nicht aus. Die Workshop-Kits auf der vierten Ebene ermöglichten den Dialog — und genau dieser Dialog war es, der das Vertrauen der Mitarbeiter gewann.
Erfahren Sie mehr über unsere Arbeit für DAX-Unternehmen und unsere Methode. Planen Sie ein eigenes Change-Kommunikationsprojekt? Kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Erstberatung.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht man unter einer Kommunikationskaskade?
Wie stellen Sie die Konsistenz über verschiedene Kommunikationsebenen sicher?
Können Sie auch Workshop-Formate für Change-Prozesse entwickeln?
Wie gehen Sie mit Widerständen in der Belegschaft um?
Wie lange dauert ein solches Change-Kommunikationsprojekt?
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